Wenns mal wieder Knöllchen regnet…

Wenns mal wieder Knöllchen regnet…

Knöllchen…und warum ich daran meinen Spaß habe. Zunächst mal natürlich, weil es nicht meine eigenen sind. Wie auch? Ich habe ja kein Auto. Nein, es sind die Knöllchen unbekannter Autofahrer und was mich daran amüsiert, ist die Tatsache, wie sie auf der Straße oder dem Bürgersteig liegen. Und zwar jeden Morgen bei uns vor der Tür. Die da oben habe ich alle an einem einzigen Tag fotografiert.

Die Geschichte dahinter geht so: Natürlich gibts bei uns, wie überall in den Großstädten, viel zu wenig Parkplätze. In unserer Straße ist ausserdem auf einer Seite parken verboten. Tagsüber patrouilliert der Ordnungsdienst, aber nach Feierabend wird natürlich auch diese Seite komplett zugeparkt, bis frühmorgens der Ordnungsdienst kommt. Wer es bis dahin nicht geschafft hat, sein Auto wegzufahren, kriegt hier ein Knöllchen. So sicher, wie das Amen in der Kirche. Überrascht sein davon, dürfte kaum jemand.

Aber warum landen die Dinger fast ausnahmslos auf der Straße? Das ist genau der Teil an der Geschichte, der mich wirklich fasziniert. Denn selbst Autofahrer, die wahrscheinlich sonst niemals einfach so was wegwerfen würden, verlieren anscheinend beim Knöllchen komplett die Contenance. Es unterm Scheibenwischer rauszuholen, um es dann im hohen Bogen auf die Straße zu pfeffern, dieses verdammte Mistding – das muss irgendwie befreiend sein!

Ich kann das durchaus verstehen. Und bedaure eigentlich nur, dass ich noch nie dabei war, wenn wieder jemand sein Knöllchen mit größtmöglicher Verachtung entsorgt. Ich würde ihm (oder ihr?) teilnahmsvoll zunicken, aber so früh bin ich nie auf der Straße. Warum auch? Schließlich habe ich kein Auto, das weg muss.