Hauptsache weiss – Sand statt Schnee

Hauptsache weiss – Sand statt Schnee

Eigentlich wäre ich am liebsten ins Winterwunderland gereist. Mit knirschendem Schnee unter den Füßen, einer Mütze auf dem Kopf und einem Germknödel auf dem Teller. So war es geplant. Bis zwei Tage vor der Abreise. Bis ein Sturmtief das andere jagte, begleitet von Tauwetter und Regen. Leider auch an all den Orten, die wir uns ausgesucht hatten für eine zauberhafte Woche Winterfrische.

Aber diese Woche stand nun mal im Raum. Frei für uns beide. Gleichzeitig, was nicht so ganz einfach ist. Und damit zu schade, um einfach zu Hause zu bleiben. Also haben wir umdisponiert. Rotes Meer statt weissem Schnee.

Klingt unkompliziert. Ist es aber nicht. Das fängt beim Packen an. Statt einfach in den Koffer zu werfen, was man sowieso gerade trägt, muss man die Sommersachen aus der hintersten Ecke des Kleiderschranks hervorkramen. Und die Begeisterung über das, was sich da so findet, hält sich in Grenzen. Ist halt alles vom letzten Jahr.

Die Badesachen haben auch schon besser ausgesehen, was an der Winterbleiche und den Weihnachtskilos je zur Hälfte liegt. Alles schreit, einkuscheln, Pullover drüber und in Ruhe wieder präsentabel werden. Ist aber nicht. Körper zur Sonne, zur Freiheit. Und zwar zack, zack.

Also ab in den Flieger. Vier Stunden und dann aussteigen unter einem unfassbar blauen Himmel bei 24 Grad und leichtem Wind. Eine halbe Stunde Fahrt und dann ist man am Ziel. Soma Bay. Eine Halbinsel, mit einer Handvoll Hotels, ein Robinson Club, ein Taucher-Hotel, ein Sheraton, ein Westin und ein Kempinski. Sie alle haben zahlreiche Fans, sind in unterschiedlichen Preisklassen, alle beliebt, je nachdem, was man möchte.

Wir haben diesmal das Kempinski gewählt, vorher waren wir schon mehrmals im Westin (ehemals Cascades). Und ja, es war großartig. Essen, Service, Zimmer – alles prima. Aber das beste ist das Meer. Türkises, kristallklares Wasser mit bunten Fischen, wie in einem Aquarium. Und es ist tatsächlich warm genug, um im JANUAR darin zu schwimmen. Das Ganze vier Flugstunden von Düsseldorf entfernt.

Und wenn man erst mal da ist, findet man seine Sommerklamotten vom letzten Jahr dann irgendwie auch wieder akzeptabel. Spätestens nach drei Tagen hat man ein bisschen Farbe und ab da: Läufts.